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Glück ab, gut Land - Geschichten vom Ankommen

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Glück ab! - Mit dem Ballon ins Ungewisse

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Wilhelm Eimers ist amtierender Weltmeister im Gasballonfahren und bereit zum Aufbruch. Er nimmt uns mit auf eine Nachtwettfahrt. Elf Konkurrenten aus Deutschland und Frankreich gehen an den Start. Der Pilot, der in acht Stunden am weitesten kommt, gewinnt den Pokal. 

Gasballone sind selten, weltweit gibt es nur etwa 100 Stück. Befüllt werden sie mit Wasserstoff. Die Fahrtrichtung bestimmt vor allem der Wind. Anders als beim Heißluftballon manövriert der Pilot, indem er Sand abwirft oder Gas ablässt, und damit auf- oder absteigt. So wechselt er zwischen unterschiedlichen Windschichten und -richtungen hin und her.  

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Immer im Kreis, eine Runde folgt der nächsten. Kartfahren ist ohne Ziel. Mohsen sucht zum Abschied noch einmal den Kick. Er will etwas erleben, bevor er Deutschland verlässt. Und so gibt er Gas, Runde um Runde.

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Mohsen, 30 – vor zehn Jahren aus Syrien gekommen, den Koffer voller Träume. Jetzt packt er seine Sachen.
Mohsens Problem: sein befristeter Aufenthaltsstatus.
Es ist ein jahrelanger Kampf mit den Behörden, der Mohsen dazu bringt, sich aus Deutschland zu verabschieden.

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In Bremen hat Mohsen Elektotechnik studiert, ist inzwischen Diplom-Ingenieur. Er sieht sich selbst als Macher, will schon während seines Studiums eine Firma gründen. Laut Aufenthaltsrecht darf er das nicht. Er fragt nach einer Sondergenehmigung, doch die bekommt er nicht.

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2011 bricht in Syrien der Bürgerkrieg aus. Mohsens Leben verändert sich komplett. Seine Eltern fliehen nach Libyen.
Er versucht, sie auf offiziellem Weg nach Deutschland zu holen. Dafür müsste er für sie finanziell aufkommen. Das Geld jedoch hat er nicht. Er fühlt sich alleingelassen.

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Mohsen hat entschieden:
In Deutschland ist er nicht
angekommen. In Berlin
verabschiedet er sich
von seinem Freund
Ibrahim. Mohsen willl
in die Türkei und 
neu anfangen.
Dort soll alles
einfacher sein.

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Die Behörden und Mohsen - das war keine glückliche Geschichte. Aber formal korrekt abgemeldet aus Deutschland hat er sich - das war ihm wichtig.

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Anfang April verlässt Mohsen Deutschland.
Am Flughafen verabschieden ihn seine Bremer
Freundinnen und Freunde.

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Mohsen will sich jetzt in Ruhe eine Stadt aussuchen, um
seine Firma zu gründen. Er träumt davon, elektronische
Prothesen zu bauen und mit 3D-Druckern Mini-Roboter
anzufertigen. 

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Mohsen nach seiner Ankunft in der Türkei.

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Auf Fahrt - Im Ballon durch die Nacht

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Der Wind treibt unseren Ballon gen Westen. Unter uns Lichter, ringsherum Stille. Wilhelm Eimers erzählt Geschichten aus seinem Ballonfahrerleben: 40 Jahre, 2500 Starts und Landungen, über 8000 Stunden im Korb. Seine Fahrten haben ihn bis nach Russland und in die USA geführt, er hat die Alpen überquert und musste auf der Nordsee notlanden.

Am Ballonfahren hat Wilhelm Eimers schon immer der Perspektivwechsel fasziniert: "Am Boden stehen, das kennt man. Hier oben ist man völlig frei - wir fahren ohne Grenzen."

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Franziska ist in Italien auf die Welt gekommen – als Francesco. Dass bei ihr etwas anders ist als bei den anderen, stellt sie schon als Kind fest. Heute ist Franziska Anfang 30 und lebt seit sieben Jahren in Deutschland - seit einem Jahr ständig als Frau.

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Die Freunde, die meisten Arbeitskollegen und Familienmitglieder sprechen sie nur noch mit ihrem weiblichen Vornamen an. Aber offiziell heißt Franziska immer noch Francesco.

Regelmäßig kommt es deshalb zu unangenehmen Fragen. Zum Beispiel am Flughafen, wenn vor dem Schalter offensichtlich eine Frau steht, auf dem Personalausweis aber ein Männername eingetragen ist. Für solche Fälle hat Franziska einen sogenannten Ergänzungsausweis, ausgestellt von der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität. Er soll Franziska davor bewahren, sich immer wieder erklären zu müssen. Das klappt oft, aber nicht immer.

Den Antrag auf einen neuen Personalausweis mit dem weiblichen Namen hat Franziska längst gestellt. Sie erfüllt alle Kriterien und hat alle notwendigen Bescheinigungen über ihre Transsexualität eingeholt. Aber die Mühlen der Behörden mahlen langsam. Bis Franziska auch auf dem Papier eine Frau ist, wird es noch dauern.




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Die Geschichte hinter Franziskas zweitem Vornamen

Der Name Ariadni stammt aus der griechischen Mythologie und hat eine besonders persönliche Bedeutung für Franziska.

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Grenzenlos - Im Ballon in die Niederlande

Schlafend im ballon
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Wir haben die Nacht gut überstanden und sogar ein Stündchen geschlafen - allerdings im Sitzen. Im Morgengrauen überqueren wir die niederländische Grenze.

Schon bald herrscht wieder geschäftiges Treiben im Korb: Um an Fahrt aufzunehmen, wechseln wir in eine tiefere Luftschicht. Schließlich wollen wir bis zur Landung noch möglichst viele Kilometer zurücklegen. Später lässt unser Pilot den Ballon fast bis auf die Erde sinken, um die Windverhältnisse am Boden auszukundschaften. Kurz bevor wir die Erde berühren, leert er einen Sandsack - und schon geht es wieder in die Höhe. 

Zwischendurch nimmt Wilhelm Eimers per Funk Kontakt zu seinen Konkurrenten auf, um sich ihre Positionen durchgeben zu lassen. Es sieht gut aus: Einige Mitstreiter haben wir schon hinter uns gelassen. 




 


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Annes Lebensziel: Die Welt sehen.
Sie hält es nie lange in Deutschland aus. Zu groß ist die Sehnsucht nach dem Abenteuer in der Fremde.
Ihr neustes Abenteuer führt sie in die kasachische Steppe.

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Anne, Jahrgang 1988, geboren und aufgewachsen in Sachsen, studiert und wohnt in Heidelberg, lebt aber in der Welt.

Angefangen hat alles nach dem Abitur, mit einer Reise nach Neuseeland. Danach folgten ungewöhnlichere Ziele: Tibet, Nepal, Belfast, Sibirien, Sofia, Sankt Petersburg.

Anne reist nicht einfach nur, sie arbeitet vor Ort, studiert, lernt das Leben und vor allem die Menschen hautnah kennen. Allerdings sind diese Erfahrungen nicht immer positiv. So zum Beispiel in Russland, wo sie die Menschen als sehr abweisend erlebt hat. Doch kaum ist sie wieder in Deutschland, wird die nächste Reise geplant.

Für ihren Lebensstil nimmt Anne viel in Kauf, verzichtet auf jeglichen Luxus, schreibt Hausarbeiten in Zügen und sieht ihre Freunde oft monate- oder jahrelang nicht. Und trotzdem: Es ist das, was sie glücklich macht.

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Deutsch lehren.
Das war Annes Aufgabe in einem Praktikum an der Universität in Karaganda. Viertgrößte Stadt Kasachstans. Das Klima hier: Extrem kontinental.

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Nach der Arbeit das Land entdecken. In Kasachstan tut man dies vor allem mit dem Zug. Zugfahren ist günstig, aber es dauert Ewigkeiten. Eine Fahrt von Karaganda ins südliche Almaty: Um die 20 Stunden.
Eine gute Gelegenheit Menschen kennen zu lernen.

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Zum einen wohl wegen Annes Schwäche für die Länder der ehemaligen Sowjetunion. Zum anderen aber wegen der beeindruckenden Landschaften.
Besonders prägend: Ein Besuch im Nationalpark Aksu-Jabagly im Süden das Landes. Neun Stunden lang hoch zu Ross über Berghänge und durch Tulpenwiesen.

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Die Kasachen haben Anne überrascht. Sie sind so ganz anders als die Russen, die sie als eher rau und unfreundlich erlebt hat, abweisend gegenüber Ausländern.
Die Kasachen dagegen sind aufgeschlossen und freundlich, wollen wissen, warum Anne in ihr Land gekommen ist.
Und sie sind ein bisschen schockiert. Eine 26-Jährige, die unverheiratet ist? In Kasachstan unvorstellbar.

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Es scheint, als bräuchte Anne das Abenteuer in der Fremde, um zu sich selbst zu finden, die eigenen Grenzen zu überschreiten.
Und auch um Kraft zu tanken, für die neuen Aufgaben, die in der Heimat auf sie warten.
In Kasachstan hat das hervorragend funktioniert.

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Neues Land, neue Sprache, neue Schule: Als Kristina zum ersten Mal in Deutschland ankommt, will sie am liebsten gleich wieder weg. Eine langer Weg, an dessen Ende die Selbstbestimmung steht, beginnt.

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Kristina war 16 Jahre alt. Ihre Eltern hatten Georgien den Rücken gekehrt, um sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Sie lebten in einem jüdischen Heim, in einer Kleinstadt bei Berlin. Kristina hatte es schwer, dort anzukommen.

In der Schule waren Hänseleien Alltag. Kristina trug ja andere Klamotten und kam aus einem anderen Land. Außerdem konnte sie noch nicht richtig Deutsch sprechen. Dabei war es ihr wichtig, sich ausdrücken zu können und im Unterricht mitzumachen. Aber die Worte dafür fehlten ihr.

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Anders war es, wenn sie singen durfte. Wie einmal in der Dorfkirche, bei der Probe für ein Schulkonzert. Kristina sang einen Song der Beatles und begleitete sich an der Gitarre. Alle hörten ihr zu, und manche begannen sogar, sich für Kristina zu interessieren.

Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Kristina ihren Entschluss längst gefasst. Den Eltern teilte sie ihn ein paar Wochen später mit, am letzten Urlaubstag in der alten Heimat Georgien: "Ihr könnt ohne mich zurückfahren. Ich bleibe hier."

Da hatte Kristina ein Jahr in Deutschland hinter sich und die Nase voll von dem Land, in dem sie zur Außenseiterin geworden war.

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In Georgien war früher alles gut gelaufen für Kristina. Die Schulnoten waren super, und sie hatte bereits als Kind im Fernsehen und Radio auftreten können.

Aber - das musste Kristina bald feststellen - in dieses Leben konnte sie nicht mehr zurück.

Und auch Kristinas großer Traum, Sängerin zu werden, hatte in Georgien wenig Aussichten, wahr zu werden. Am meisten plagte sie aber das Gefühl, noch nicht mit Deutschland abgeschlossen zu haben. Nicht alles versucht zu haben.

Also ging sie zurück.

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Dilby ft. Kristina Sheli - U Used Me

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Das Ziel ihrer Reise: Berlin. Dort fängt Kristina an zu studieren, knüpft erste Kontakte in der Musikszene, nimmt an Gesangswettbewerben teil, singt in kleinen Clubs und Bars. Irgendwann auch vor 6000 Leuten.

Ihren Lebensunterhalt verdient Kristina im Moment noch nicht mit der Musik. Aber das ist ok, sagt sie. Um 18 Uhr endet ihr Bürojob, und dann beginnt ihr zweites Leben: die Musik.

Was man haben muss, damit man überhaupt ankommen kann? "Selbstwertgefühl", meint Kristina.

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Gut Land! - Ankommen in Belgien

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Nach über acht Stunden Fahrt ist klar, wo unser Ballon ankommt - auf einer saftigen Wiese vier Kilometer südlich der belgischen Kleinstadt Peer.

Knapp hundert Kilometer haben wir zurück gelegt. Für den ersten Platz hat das zwar nicht gereicht. Aber immerhin: Platz zwei für Wilhelm Eimers und unser Team.

Nun muss der Ballon nur noch sicher zurück auf die Erde gelangen.

In diesem Sinne: Gut Land!

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Deutschlandradio, Körperschaft des öffentlichen Rechts
Postanschrift: Raderberggürtel 40, 50968 Köln
Gesetzlicher Vertreter: Intendant Dr. Willi Steul
Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer: DE 123052353
Verantwortlich im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags: Andreas-Peter Weber (Programmdirektor)
Postanschrift: Raderberggürtel 40, 50968 Köln;

Redaktionelle Zuständigkeit Onlineauftritt: Dr. Nicola Balkenhol, Dr. Marco Bertolaso.

DRadio Wissen - Einhundert
Glück ab, gut Land - Geschichten vom Ankommen
Eine Produktion der Volontäre des Deutschlandradios 2014/15

Bastian Brandau
Ann-Kathrin Büüsker
Panajotis Gavrilis
Jenny Genzmer
Simone Miller
Christoph Reimann
Jennifer Rieger
Änne Seidel
Nina Winchenbach

Redaktion:
Wolfgang Schiller
Julia Rosch

Technische und redaktionelle Unterstützung:

Boris Bittner
Jorid Böttcher

Illustrationen:
Susanne Landis

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Kapitel 1 Geschichten vom Ankommen

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Kapitel 2 Glück ab! Mit dem Ballon ins Ungewisse

"Glück ab!"
Die Abfahrt

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Kapitel 4 Im Ballon durch die Nacht

AUF FAHRT
Mit dem Ballon durch die Nacht

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Kapitel 6 Auf Fahrt - Im Ballon über die Niederlande

Grenzenlos - Mit dem Ballon in die Niederlande

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Kapitel 7 Anne - Die Kosmopolitin

ANNE
Abenteuer Kasachstan

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Welt anne klein

Anne 3

Anne 5
Kapitel 9 Gut Land! - Ankommen bei Peer

GUT LAND!
Ankommen bei Peer

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Karte 5

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Kapitel 10 Abspann

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Kapitel 11 Impressum

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